Universität KonstanzExzellenzcluster: Kulturelle Grundlagen von Integration

Verwaltungen als Krisenmanager

1. März 2018

Foto der Gemeindeverwaltung im Ort Luterbach

Foto: Blademaster 88 at German Wikipedia, einige Rechte vorbehalten

Während der so genannten Flüchtlingskrise der letzten Jahre sahen sich Verwaltungen in den Kommunen und Landkreisen relativ kurzfristig neuen Aufgaben gegenüber, die es flexibel und unter Einbeziehung der Bevölkerung zu bewältigen galt. Das neue Verbundprojekt „Entstehung und gesellschaftliche Wirkung hybrider Organisationen im lokalen Krisenmanagement“ erforscht nun, wie deutsche Verwaltungsinstitutionen eine Situation meisterten, die so manche Beteiligte als krisenhaft bezeichneten, und wie sie dabei nichtstaatliche Helfer wie engagierte Bürger/innen oder kirchlich-karitative Einrichtungen einbanden.

Wolfgang Seibel, Inhaber des Lehrstuhls für Innenpolitik und Verwaltung der Universität Konstanz und Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“, hat es gemeinsam mit Steffen Eckhard und Matthias Fatke von der LMU München, Florian Roth von der ETH Zürich, sowie Lorenz Neuberger von der Universität Konstanz erfolgreich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung eingeworben.

 

„Unserem Vorhaben liegt die Annahme zugrunde, dass Verwaltungsinstitutionen die gesellschaftlichen Folgen von Krisen moderieren und durch flexibles und partizipatives Krisenmanagement positiv beeinflussen können“, erklärt Wolfgang Seibel.

Die beteiligten Forscher wollen herausfinden, wie Verwaltungen in Landkreisen und Kommunen dazu beitragen, brückenbildendes Sozialkapital aufzubauen und damit die Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Erfahrungen schwieriger Situationen zu machen. Zunächst gelte es, so Seibel, Verwaltungshandeln im „Krisenmanagement“ systematisch zu erfassen und anschließend dessen Auswirkungen auf gesellschaftlichen Zusammenhalt zu analysieren. Auf der Grundlage der Ergebnisse versprechen sich die Wissenschaftler, konkrete Handlungsempfehlungen für die Verwaltungspraxis formulieren zu können.

Besonderes Augenmerk legen die Wissenschaftler auf hybride Organisationsstrukturen; insbesondere auf Behörden, die zivilgesellschaftliche Partizipation ermöglichen, etwa indem sie die Bürger/innen, die sich seit 2015 zum Teil sehr für Geflüchtete engagieren, in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Welche Auswirkungen hat diese Art kooperativer Organisationen auf die lokale Bewältigung akuter Problemlagen? Inwiefern trägt sie langfristig zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei? Diese Fragen wollen die Wissenschaftler mit diesem Projekt, das bis Anfang 2021 läuft, beantworten.

Detaillierte Informationen sind auf der Website des Projekts zu finden: www.hyborg-projekt.de

Faktenübersicht

  • Verbundprojekt „Entstehung und gesellschaftliche Wirkung hybrider Organisationen im lokalen Krisenmanagement (HybOrg)“
  • Gefördert im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“
  • Projektteilnehmer: Prof. Dr. Wolfgang Seibel und Lorenz Neuberger (Universität Konstanz), Dr. Steffen Eckhard und Dr. Matthias Fatke (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft GSI der LMU München) sowie Dr. Florian Roth (Center for Security Studies CSS der ETH Zürich)
  • Laufzeit: 01.02.2018 – 31.01.2021
  • Bewilligte Mittel: ca. 634 000 Euro

Kontakt

Claudia Marion Voigtmann
Tel. 07531 88-4741
E-Mail claudia.voigtmann[at]uni-konstanz.de

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