Universität KonstanzExzellenzcluster: Kulturelle Grundlagen von Integration

The Third Nomos of the Earth

24. Juli 2017

Spirit Returns to the East or What Hegel did not (could not?) Imagine

Vortrag zum Abschluss des Doktorandenkollegs „Europa in der globalisierten Welt“: Thinking differently than Europe. Europe, thought differently.

Nach dem Studium der Film- und Literaturwissenschaft an der Universität Córdoba, Argentinien, promovierte Walter Mignolo 1973 an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris bei Roland Barthes und Gérard Genette. Es folgten Lehrtätigkeiten an der University of Michigan, der Universität Toulouse, der Indiana und Chicago Universities sowie zahlreiche Forschungsaufenthalte und Gastdozenturen weltweit. Heute ist Mignolo Professor für Literatur und Kulturanthropologie am Trinity College of Arts and Sciences der Duke University. Er leitet das Center for Global Studies and the Humanities an der Duke University und koordiniert das internationale Austauschprogramm „Duke in the Andes“. Außerdem hat er die Stelle eines Permanent Researcher an der Universidad Andina Simón Bolívar in Quito inne.

Mignolo prägte das Begriffspaar Kolonialiät/Dekolonialität (Coloniality/Decoloniality). Kolonialität ist untrennbar mit der Moderne verbunden und beeinflusst bis heute die Hierarchien der globalen Wissenskulturen und Epistemologien. In seinen zentralen Werken (u.a. Local Histories/Global Designs. Coloniality, Subaltern Knowledges and Border Thinking, 1999; The Darker Side of the Renaissance: Literacy, Territoriality and Colonization, 1995) legt er dar, wie das sich seit 1500, einhergehend mit der europäischen/westlichen Expansion, ausbreitende universalisierende „modern/colonial world system“ alternative Weltanschauungen, Interpretationsansätze und Historiografien unterdrückt. Erdteile und Personengruppen werden als nicht denk- und handlungsfähig pauschalisiert. Diese „geo-politics“ bzw. „body-politics of thinking“ gilt es, zu durchbrechen und den Fokus auf andere, pluralistische Denk- und Herangehensweisen zu lenken. „De-colonial thinking“, „border-thinking“, „epistemic disobedience“ und so genannte „pluriversalities” zielen darauf ab, die vorherrschende globale Wissensordnung zu verändern.

Mo, 24. Juli 2017, 18 Uhr
Universität Konstanz, Senatssaal (V 1001)

Kontakt

Estela Schindel estela.schindel[at]uni-konstanz.de

Tilmann Heil tilmann.heil[at]uni-konstanz.de


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