Universität KonstanzExzellenzcluster: Kulturelle Grundlagen von Integration

Das Konzept: Europa in seinen globalen Verflechtungen verstehen

Der Master-Studiengang „Kulturelle Grundlagen Europas“ bietet eine breite kulturwissenschaftliche Ausbildung.

  • Was hält Europa zusammen?
  • Was treibt es auseinander?
  • Wie wird Europa von außen gesehen?
  • Wie sieht es sich selbst?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des interdisziplinären, forschungsorientierten Master-Studiengangs. Dabei geht es jedoch gerade nicht um eine essentialistische Suche nach dem genuin Europäischen oder den kulturellen Wurzeln Europas. Stattdessen soll das Konstrukt Europa in den Fokus einer transnationalen und transkulturellen Verflechtungsgeschichte gerückt werden. Neben historischen Voraussetzungen und aktuellen Bedingungen, gilt es auch den Möglichkeitsspielraum zu reflektieren, innerhalb dessen die Fragen nach der Konstruktion Europas heute relevant und interessant sind.

Im Mittelpunkt des Studiengangs steht die kulturwissenschaftliche Erforschung des Projekts Europa: seine Entstehungsgeschichte(n), Ideen,  religiösen Prägungen, seine Widersprüche und Ambiguitäten, seine ideellen oder politischen Expansionen, seine Institutionen und kulturellen Konflikte. Der Studiengang ist formal an den Fachbereich Literaturwissenschaft angegliedert, greift neben dem kulturwissenschaftlichen Kernbereich aber explizit auch andere Disziplinen auf. Vor allem die in Konstanz an einem gemeinsamen Fachbereich beheimateten Geschichtswissenschaften und die Soziologie sind stark vertreten. Auch eine politik- oder rechtswissenschaftliche Ausrichtung ist möglich. Durch die Wahl eines entsprechenden Vertiefungsbereichs wird der kulturwissenschaftliche Zugang in die eine oder andere Richtung intensiviert.

Ziel ist die kompetente Analyse und Bewertung vergangener wie aktueller Integrations- und Desintegrationsprozesse. Der Studiengang profitiert in dieser Hinsicht von seiner Anbindung an den Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“. Statt Europa als gegebene Größe zu betrachten – und etwa von vornherein mit der Europäischen Union gleichzusetzen –, stellt der Konstanzer Master-Studiengang „Europa“ als variables Konstrukt mit vielfältigen und zum Teil widersprüchlichen kulturellen Bezügen und Entstehungsgeschichten in den Vordergrund.

In Rechnung gestellt wird dabei zugleich, dass Europa niemals ausschließlich eine europäische Angelegenheit gewesen ist. Die kulturellen Grundlagen Europas berühren die kolonialen und postkolonialen Verflechtungen, die gegenwärtige Migration, die interkulturellen Verständigungen im Zuge der Globalisierung. Darum bezieht der Studiengang programmatisch außereuropäische Partner ein.

Im dritten Semester ist ein Auslandsaufenthalt an einer Partneruniversität in Berkeley, Buenos Aires, Hongkong, Neu Delhi, Pretoria oder Shanghai vorgesehen. Für einige Auslandsstandpunkte (aktuell: Indien und Südafrika) steht vorbehaltlich eine begrenzte Zahl an Vollstipendien zur Verfügung. Die Studierenden werden bei der Wahl ihrer Partneruniversität sowie bei Stipendienbewerbungen intensiv durch das Leitungsteam des Studiengangs und das International Office der Universität Konstanz unterstützt und beraten.

Der forschungsorientierte Studiengang bereitet die Absolventinnen und Absolventen auf ein kulturwissenschaftliches Promotionsstudium vor und qualifiziert sie zugleich für weitere Berufsfelder im europäischen Kontext – etwa in Organisationen und NGOs, im internationalen Kulturaustausch, in Stiftungen und Verlagen sowie in Medien und Öffentlichkeitsarbeit.

Pro Jahrgang werden maximal 20 Studierende aufgenommen. Bewerben können sich aufgeschlossene, ausgezeichnet qualifizierte Studierende mit Bachelor-Abschluss aus dem In- und Ausland.

Mehr über die Studienstruktur

Akkreditierung erfolgreich

Die Agentur Acquin hat den Studiengang „Kulturelle Grundlagen Europas“ im Wintersemester 2008/2009 ohne Auflagen akkreditiert.

Aus der Akkreditierung:

Mit dem Masterstudiengang Kulturelle Grundlagen Europas ist den beteiligten Fachbereichen die Konzeption eines attraktiven und ambitionierten Studienprogramms gelungen, dem die Gutachterkommission ohne Vorbehalt zustimmt. Entsprechend der Gesamtstrategie der Universität Konstanz wurde ein forschungsorientierter Masterstudiengang implementiert, der sich auf hohem wissenschaftlichem Niveau bzw. auf dem Stand der gegenwärtigen Debatten über Kultur und Kulturalismus befindet.

Anforderungen an Studierende

Berufsfelder, Qualifikationen, Kompetenzen

Der Kulturbegriff

Methodische Fachkompetenz und Interdisziplinarität